Von dummen Hühnern und aufgeblasenen Gockeln

 

Theatergruppe “Vorhang auf” begeistert die Zuschauer

Kettenkamp (anl) – Männer sind Schweine? Nicht unbedingt! Es können auch aufgeblasene Gockel sein oder das “fleisch-gewordene Elend”. Zumindest am Anfang des Theaterstücks “Drei Weiber und ein Gockel” wird an Männern kaum ein gutes Haar gelassen – doch der ein oder andere “Zufall” und viel Körpereinsatz tragen dazu bei, dass selbst überzeugte Männerhasserinnen ihre Meinung im Laufe der drei Akte ändern…

Das Stück von Erich Koch spielt auf dem Hof von Oma Frieda (Britta Schmidt). Sie lebt dort mit ihren beiden Nichten Lena (Janina Pohlkamp) und Irma (Franziska Heuer). Während Oma schon mal der Meinung ist, dass die beiden im heiratsfähigen Alter seien, sind diese sich einig, dass Männer nicht zu ihnen passen. “Alles, was Männer können, können wir auch!”, tönt es einstimmig aus deren Kehlen. Und so achten sie auch nicht unbedingt auf ihr Äußeres, reicht es doch, wenn sie sich selber gefallen. Einzig geduldeter Mann ist der “zeitlos schöne” Knecht Anton, genannt “Hühner-Toni” (Tobias Escher). Dem sind die Hühner auf dem Hof so wichtig, dass er auch mal den Hahn spielt. Aus taktischen Gründen stellt er sich dümmer als er ist und hat damit auch Erfolg. Frauen mag er so gern wie Lena und Irma die Männer – bis er Anni Hühnervogel (Carina Wilke) “22 Jahre, ledig und Jungfrau” kennenlernt, die Tochter von Viehhändler Kuno (Günther Trienen). Dem ist es allerdings ein Dorn im Auge, dass die beiden sich so gut verstehen.

Als wäre das nicht schon kompliziert genug, taucht die männersuchende Nachbarin Gunda (Elke Stegemann) immer mal wieder bei Oma Frieda auf und klagt der ihr Leid. Außerdem nutzt sie die sich ihr bietende Chance, sich beim Viehhändler für das Überfahren ihres Hahnes zu “bedanken”. Ein heftiges Gewitter bringt dann noch den Wanderer Ingo (Sebastian Papenjohann) und mit Tom (Timo Ansmann) einen weiteren Fremden auf den Hof. Die beiden treffen auf Lena und Irma und wissen durchaus zu überzeugen, um auf dem Hof übernachten zu können. Kreativ machen sie Ingo und Tom zu Inge und Tamara und auch Hühner-Toni hat seine Anni in “krass nass Kumpel Ali”  verwandelt.

Doch alle haben die Rechnung ohne Oma Frieda gemacht: die ist zwar mehr als verwundert über die viele Gäste auf dem Hof, spricht dann aber ein Machtwort und legt fest, wer wo mit wem übernachtet. Beim dem Versuch, dies zu überwachen, wird sie allerdings müde. Ob es dann Traum oder Wirklichkeit ist, was die Oma sieht und wer Mann und wer Frau ist, all das sorgt für Lacher im Publikum und Spaß bei den Akteuren auf der Bühne.

Die Besetzungen in dem kurzweiligen Stück sind mehr als passend gewählt. Das Bühnenbild wurde mit vielen Helfern zur guten Stube von Oma Frieda. Dafür sowie für weitere Unterstützung bedankte sich Spielleiter Alfons Hollermann bei allen Sponsoren, Helferinnen und Helfern. Zum Team gehören auch Souffleuse Walburga Hollermann und Annette Trienen als Verantwortliche für die Maske sowie Bühnenhelfer Udo Heiden.

Die Theatergruppe “Vorhang auf” spielt im Saal Klaus am Samstag, 27. Oktober, und am Sonntag, 28. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

Foto: Anita Lennartz